Geschichtliches ... wie fing alles an - wo führte es hin?


Internetseiten, die sich mit dem über 9 Millionen Mal gebauten Renault 5 und seiner Entwicklung bis zur Ablösung durch den Clio beschäftigen, gibt es viele, schaut einfach mal bei den Links vorbei. Mit www.renault-klassik.de gibt es seit 2003 übrigens eine außerordentlich gute Seite im Netz, die sich mit Renault in Gänze beschäftigt, also auch sehr viel Wissen rund im die Régie Nationale des Usines RENAULT, die Führungspersönlichkeiten und die verschiedene Modellreihen bereit stellt sowie ein schönes Forum beinhaltet.
Hier möchten wir daher auch nur kurz ein paar allgemeine Infos zum R5 geben und werden uns speziell auf den R5 Alpine Turbo konzentrieren, mit einem Seitenblick auf den Vorgänger, den R5 Alpine.

1. Generation 1972-1984

2. Generation 1985-1994

R5 Alpine und Alpine Turbo 1976-1984

Die Sportversionen

Pressebilder

 

1. Generation 1972-1984
Der R5 debütierte 1972 als dreitüriger Kompaktwagen (später auch mit 5 Türen) der neuen Generation: Versehen mit einer breiten Heckklappe, einem variablen Innenraum sowie großflächigen Kunststoffschilden rundum - die erfolgreich vor kleineren Parkremplern schützten -, kombinierte der Renault 5 Funktionalität und klassenlose Eleganz.
Bereits ab 1976 sorgte die sportlichere "Alpine"-Version mit ihren 68 kW (93 PS) bei ambitionierten Autofahrern für Herzklopfen und sollte eine Alternative zum zeitgleich erschienenen Golf GTI darstellen. Insgesamt bot die Motorenpalette eine große Auswahl: vom kleinsten weniger als 1 Liter großen 36 PS Motörchen bis zum 1,4 Liter Motor mit zuletzt 108 PS im Alpine Turbo. 1984, nach gut 5,5 Millionen gebauten Exemplaren, führte Renault den Nachfolger ein. Auch wenn die optischen Unterschiede gering ausfielen, handelte es sich bei dem neuen Renault 5 um ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug, wie allein die nunmehr quer statt längs installierten Motoren verdeutlichten.
2. Generation 1985-1994
Das neue, "Supercinq" genannte Modell wartete mit glatteren Karosserielinien und einem spürbar größeren Platzangebot im Innenraum auf. Von Beginn an bot Renault die zweite Generation des 5ers auch mit vier Türen an.

 

Im Zuge des gestiegenen Umweltbewusstseins gesellten sich 1986 die ersten Katalysator-Versionen hinzu, auch sparsame Dieselmotoren ergänzten die Modellpalette. So blieb der Renault 5 bis zum Ende seiner Produktionsspanne technisch auf der Höhe der Zeit. 1992 scharrte sein Nachfolger Clio in der Startbox mit den Hufen. Vier Jahre lang wurden die beiden Publikumslieblinge noch parallel gebaut. 1994 schließlich rollte der letzte Renault 5 vom Band. Mit den mehr als dreieinhalb Millionen Exemplaren des "Supercinq" erreichte der Bestseller in 22 Jahren Produktionszeit eine Stückzahl von über neun Millionen Einheiten.

R5 Alpine und Alpine Turbo 1976-1984
Von 1976-1982 durfte der Renault 5 Alpine sein athletisches Potenzial unter Beweis stellen. Die Zutaten für das sportliche Topmodell der Baureihe nahm Renault der Einfachheit halber aus dem eigenen Regal: Der Motor entstammte dem Renault 12, das Fünfgang-Getriebe glich jenem des Renault 16 TX. Seinen speziellen Namen entlieh der rasante 5er von der hauseigenen Sportwagen-Tochter: Alpine. In den Alpine-Werkstätten, die seit 1973 zum Renault Konzern gehörten, erhielt der mit 68 kW (93 PS) bis dato stärkste 5er auch den nötigen Feinschliff. Um diese Leistung zu erreichen, wuchs in Dieppe nicht nur der Hubraum seines Vierzylindermotors auf 1397 cm3 an: Die Kraftkur umfasste auch so feine Zutaten wie einen Querstrom-Zylinderkopf aus Leichtmetall, einen Doppelvergaser von Weber sowie eine höhere Verdichtung und eine "schärfere" Sportnockenwelle. Auf Tempo 100 beschleunigte der Kleinwagen in nur zehn Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 173 km/h - Fahrleistungen, mit denen das gerade mal 840 Kilogramm schwere Leichtgewicht zu seiner Zeit in die Phalanx deutlich größerer Limousinen einbrach. Äußerlich blieb der Sport-5er zurückhaltend, nur ein dezenter Schriftzug sowie eine etwas größere Bugschürze wiesen auf das Leistungspotenzial des kleinen Autos hin. Innerhalb von sieben Jahren sollte der Renault 5 Alpine mehr als 70.000 Käufer finden.

Als Turbopionier in der Formel 1 gönnte Renault 1982 dem sportlichsten 5er eine Leistungsspritze. Nach dem Vorbild des bereits im Rallye-Sport erfolgreichen Renault 5 Turbo erhielt auch der Renault 5 Alpine Turbo einen Lader, der einen Überdruck von 0,45 bar erzeugte, sowie eine elektronische Zündung. Die Leistung stieg dadurch auf beachtliche 79 kW (108 PS) und bereits bei 2500 Touren stand das maximale Drehmoment von 149 Nm zur Verfügung. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigte der Renault 5 Alpine Turbo nun nur noch 9,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit stieg auf über 185 km/h. Äußerliche Erkennungsmerkmale des neuen Topmodells waren ein kleiner Schriftzug sowie spezielle Leichtmetallfelgen, die das Felgendesign des Mittelmotor-Renault 5 Turbo mit  aufnahmen. Das Fahrwerk entsprach mit stärkeren Federbeinen und dickeren Stabilisatoren der erhöhten Leistung. Ganze 1.973 Renault 5 Alpine Turbo fanden innerhalb von drei Jahren einen Liebhaber (Anm. des Autors: Wahrscheinlich für Deutschland).

Die Sportversionen
Nicht nur auf der Straße, sondern auch auf Renn- und Rallye-Pisten war der Renault 5 erfolgreich. So diente er in unterschiedlichen Versionen von 1976 bis 1990 als Basisgerät für den Renault ELF Markenpokal. Generationen von Rennsportlern sammelten ihre ersten Erfahrungen am Steuer der anfänglich 41 kW (56 PS), später bis zu den 144 kW (195 PS) starken R5 Turbo im Europapokal. Eingesetzt wurden dabei die jeweiligen Topmotorisierungen der R5-Baureihe, die mit entsprechenden Modifikationen versehen wurden.
Dank mitreißender Rennen und unverwechselbarer Fahrernaturen bleiben die Pokalschlachten den Fans bis heute in Erinnerung. Während der R5 Alpine jedoch vom Werk auch im Rallyeeinsatz in der Gruppe 2 Einsatz fand, wurde der Alpine Turbo (hier immerhin auf 120 PS erstarkt, im Members-Bereich findet ihr die Liste der Modifikationen) nur von 1982-1984 im R5 Pokal eingesetzt, für Rallye-Erfolge waren die "großen" R5 Turbo verantwortlich. 1985 führten der neue GTT-Turbo, ab 1989 der GTE die Tradition in der Coupe-Versionen fort.
Buch-Tipp: Absolut empfehlenswert für alle Renault-Sport Fans ist das Buch 25 Jahre Renault-elf-Pokal von Rainer Braun, erhältlich bei eurem Renault-Händler, das sich mit der Geschichte des Renault Markenpokals beschäftigt. Rainer Braun ist für mich DER Moderator im Automobilsport, seine trockenen und bissigen Kommentare sind klasse, und auch das Buch ist in dieser Art gehalten.

Quelle (Textauszüge & Bilder): Deutsche Renault AG, Brühl


letzte Aktualisierung: 13.04.2005